Was hat der Blues und das Schlagzeug gemeinsam?

C h i c a g o ! ! !

Die ersten Drumsets waren etwa um 1918 erhältlich. Zuvor wurden die Instrumente eines Schlagzeuges wie Bass Drum, Snare Drum, Cymbals (Becken) etc. einzeln gespielt. Einer schlug die Bass Trommel, der andere die Snare usw.. So um 1909 erfand der Chicagoer Perkussionist William F. Ludwig das erste Bass Drum Pedal (der Ursprung der Fußmaschine) und die Große Trommel wurde nicht mehr mit der Hand geschlagen, sondern konnte mit dem Fuß bedient werden und die Hände waren frei für die Snare Drum. Irgendwann in den Zwanzigern kam dann die Hihat dazu, so dass die aufeinander schlagenden Becken mit dem Fuß bedient werden konnten.  Schon saß man am Schlagzeug und überkreuzte von da an die Hände. Was wäre wenn die Hihat-Maschine vor der Fußmaschine erfunden wurde?

Eine für den Schlagzeuger besondere Variante ist der Chicago Blues. Er bildete sich in den Anfängen der vierziger Jahre und wurde im Laufe seiner Weiterentwicklung natürlich auch auf dem Schlagzeug begleitet. Aus dieser Weiterentwicklung ging für uns Schlagzeuger ein eindrucksvoller, groovender Rhythmus hervor, der unter dem Namen "Chicago Shuffle" heute international bekannt ist. Sein Markenzeichen ist der auf der Snare Drum durchgehende Shuffle-Rhythmus mit Betonung der Zählzeiten '2' und '4'. Es erfordert schon eine gute Körperbeherrschung und Technik, um diese Figur im Einklang mit dem Ride-Becken oder der HiHat und Bass Drum einen ganzen Song lang in der gleichen Intensität durchzuspielen.

Diese Spieltechnik ist bis heute so verfeinert, das sie eine Kombination aus Ghostnotes, Fingercontrol, Doubles (Mühle) und der Moeller-Technik ist. Ich werde diese Spieltechnik mal anhand zwei, drei Videos detaliert zeigen.

Der Blues - eines der wichtigsten Fundamente der Musikgeschichte.

Als Blues bezeichnet man eine der wichtigsten Hauptformen der afro-amerikanischen Musik. Der Blues war Ausgangspunkt für die Entwicklung verschiedener Musikstile der populären Musik, heute sagt man Popmusik. Insbesondere der Jazz hat seine Wurzeln im Blues. Hier legte der Blues die Grundlage für das spätere Formmodell, das den Jazz entschiedent prägte. Aus dem Blues kristallisierte sich in den fünfziger Jahre der Rock'n'Roll und später die Rockmusik heraus. Der Blues ist somit einess der wichtigsen Fundamente in der Musikgeschichte.

Der Blues ist auf einer acht-, zwölf-, oder sechzehntaktigen harmonischen Grundform aufgebaut. Diese ist zu jeweils vier Takten zusammengesfasst. Sie ist auf eine einfache Kadenz mit den Akkorden der ersten, vierten und fünften Stufe der Tonleiter zurückzuführen. Diese viertaktigen Gruppen sind die harmonische Grundlage. Im Laufe der Zeit hat sich hierbei der zwölftaktige Formtyp als Standardform herausgebildet. Man bezeichnet dies auch als Bluesschema. Dazu kommen wir auf der nächsten Seite.