Theoretisches:

Unter Synkope versteht man die gelegentliche rhythmische Verlagerung des Metrums, Puls. Die wohl gebräuchlichste Synkope scheint mir die vorgezogene Eins zu sein, meist wird sie um ein Achtel oder ein Sechzehntel vorgezogen und verlässt somit das rhythmische Gefüge eines Taktes. Das dasein als Synkope berechtigt sie auch nur, wenn sie Ausnahmefall im rhythmischen Gefüge bleibt, im Gegensatz zu sogenannten Off Beat Rhythmen.

Im Jazz und Swing werden oft, ganz oft, viel, sehr viel die unbetonten Zählzeiten betont, oder besser ausgedrückt, gespielt. Was einer Synkope zu Folge hat. Da der eigentliche Puls hier ja vom Swing Rhythmen getragen wird, oder im Zusammenspiel mit dem Bass (Walking Bass) die Viertel. Ein Ausbruch aus dem rhythmischen Gefüge.

Wir sehen im zweiten Takt eine Betonung, einen Akzent auf dem "+" der Zählzeit Drei. Hier sprechen wir von einer Synkope.

Praxis:

Ok, soviel zur Erklärung. Nun mal ran an unsere Synkope im Swing bzw. im Jazz. Nehmen wir doch mal den zweiten Takt des obigen Beispiels und fügen noch eine Synkope hinzu und zwar auf dem "+" der Eins.

Schauen wir uns den sich daraus ergebenen Handsatz an. Die rechte Hand spielt die Swing Ride Figur und die linke jeweils dazwischen. Trommeln wir das mal mit den Händen auf dem Tisch oder auf den Knien. Heraus kommt ein Shuffle Feeling, wie wir es schon kennen. Setzen wir jetzt die Instrumentisierung: rechte Hand = Ride, linke Hand = Snare, finden wir uns  plötzlich im Swing Feel wieder, mit zwei Synkopen. Und entsprechen bis auf dem Fuß Ostinati dem oberen Notenbild.

Spielen wir folgenden Fusssatz dazu, ist die obige Notendarstellung komplett.


Diese Pattern passen immer!!!

Als Variation z.B. um die Dynamik hervorzuheben, kann dieser auch mir durchgehenden Viertel Noten in der Bass Drum gespielt werden, das bringt zusätzlich Drive. Die Soundbeispiele zu 1-4 sind im Tempo 120 bpm.

 

Eine Variation, wo ein einfaches Swing Pattern vorangespielt wird, passt auch immer!

Beispiel Nr.3

Beispiel Nr.4

Beispiel Nr. 4 im Tempo 210 bpm.

 

Darüber hinaus gibt es eine Menge mehr an synkopischer Spielweise im Jazz und Swing, Comping-Figuren, Trading 2's, Trading 4's, uvm..

Aber Achtung:

Diese Synkopen werden nicht wahllos gespielt, sie entstehen immer in Abhängigkeit der rhythmischen Phrasierung des Arrangement und unterstützen die Melodieführung eines Stückes und die Improvisation eines Solisten.