... jedes Lebewesen und ist es auch noch so klein, auch jede Pflanze, Bäume, Wälder, selbst die Vorkommnisse der digitalen Welt, der Physik, einfach alles, unterliegen einem Rhythmus.

Tag und Nacht, Sommer und Winter, wenn man bedenkt, dass die gesamte digitale Welt im Prinzip nur von dem Rhythmus an/aus bzw. Nullen und Einsen bestimmt ist, ist es erstaunlich, was dabei alles heraus gekommen ist.

Nachts schlafen und Tagsüber arbeiten, wer sich dem entzieht, bricht nach ein paar Tagen zusammen, entweder vor Müdigkeit oder weil er überarbeitet ist. Ja selbst Laufen hat eine rhythmische Bewegung inne.

Rhythmen bestimmen unser Leben!! Rhythmus ist Leben!!

Besonders interessant sind Trommelrhythmen, ihre Bedeutung, ihre Herkunft und ihre Verwendung. Seit dem Anbeginn der Zeit spielten Trommeln im Leben der Menschen eine besondere Rolle. Trommeln wurden und werden verwendet um mit Göttern in Verbindung zu treten. Diese sakrale Bedeutung kommt keinem anderen Musikinstrument zu. In Afrika kamen Trommeln als Nachrichtenübermittler zum Einsatz. So wurde eine neue Nachricht als Trommelsignal von Dorf zu Dorf übermittelt. Die afrikanischen Trommler waren aber nicht die Einzigen, deren Aufgabe es war, Signale zu trommeln. Seit dem 11. Jahrhundert nach Christi Geburt wurden in Europa Trommler in militärischen Einheiten eingesetzt, um auf dem Schlachtfeld oder beim Exerzieren Signale zu trommeln, welche die eigenen Truppenbewegungen koordinierten. Pioniere auf diesem Gebiet waren Schweizer Söldner, sogenannte Landsknechte. Vielen Menschen ist der Begriff Landsknechtstrommel oder Landsknechtstrommler bekannt, auch wenn sie nicht Schlagzeug oder eine andere Trommel spielen. Der Einsatz von Trommeln als Signalübermittler beim Militär breitete sich in Europa und in der neuen Welt weiter aus. Viele Armeen hatten ihre Trommler und Pfeifer, welche für die Fußtruppen zuständig waren, und Pauker und Trompeter der berittenen Truppen. Noch heute wird in Deutschland zu feierlichen Zeremonien ein Zapfenstreich gespielt. Dieses Zapfenstreichsignal wurde ursprünglich von Pfeifern und Trommlern der preußischen Armee gespielt, um zu signalisieren, dass die Zapfhähne an den Bierfässern geschlossen werden müssen. (Zapfen zu = den Zapfen streichen –> Zapfenstreich). Auch die britische Armee kennt den Zapfenstreich, nur hier heißt er “tattoo”.

Aber nicht nur das Militär bediente sich der Trommel, auch die einfachen Leute, das Volk, spielten Rhythmen zur Begleitung der Musik und zum Tanz. Trommelrhythmen spielen auch heute noch in der Unterhaltungsmusik eine tragende Rolle. Es gibt kaum populäre Musik, die nicht von einem Schlagzeug oder anderen Trommeln begleitet wird. Die Rhythmen des Schlagzeugs bilden das Fundament eines Songs. Auf die Grooves des Drummers wird getanzt. Und diese Grooves definieren meist den Musikstil des Stückes.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Trommel ein archaisches Instrument ist, das als Musikinstrument an sich und durch seine Bedeutung in der Entwicklung der Menschheit weder in der Vergangenheit noch in der heutigen Zeit wegzudenken ist.

 

 

 

Es sind eine ganze Reihe von Eigenschaften, die einen modernen Drummer ausmachen. In erster Linie sind es Fleiss, Ehrgeiz und Disziplin. Aber das alleine lässt uns noch keinen Groove erklingen. Wir müssen die Sprache der Rhythmik erlernen und diese durch unsere Körperglieder – und das sind viele - nach aussen dringen lassen. Und diese noch unabhängig voneinander in Bewegung halten. Bei keinem anderen Instrument spielt die Koordination der Gliedmaßen eine grössere Rolle wie beim Schlagzeug. Beide Beine, beide Arme spielen verschiedene rhythmische Figuren die zusammen einen Rhythmus (Groove) bilden.

 

Auch das Erlernen einer Schlagtechnik ist von grosser Bedeutung. Die Herausforderung des Schlagzeugers besteht darin, die Abläufe der natürlichen Körperbewegungen beim Spielen mit Entspanntheit zu meistern und gleichzeitig sinnlose Anstrengungen, die Spannungen erzeugen, zu verringern. Die richtige Technik hilft uns die Impulse des Gehirns (die geistige Idee) über unsere Gliedmaßen, die Sticks und Schlägels in unser Instrument, das Schlagzeug, koordiniert zu übertragen. So wie der Pianist seine Tonleiter übt, lernen wir Schlagzeuger eine Menge Methoden und Übungen, die uns die Fähigkeit zur Kontrolle der Sticks mittels Fingergelenk, Handgelenk, Unter- und Oberarm und sonstigen Körperbewegungen geben um gleichzeitig Kraft, Kontrolle, Ausdauer und Geschwindigkeit aufzubauen.

Technik heisst auch, ein tieferes Verständnis für seinen Körper zu erlangen. Es ist wichtig, seinen Körper beim Üben zu beobachten und darauf zu achten, dass alle Muskeln entspannt sind. Das Erlernen der Technik führt zu mehr Ausdruck der eigenen Kreativität.

 

"The ultimate goal is to be able to play what you hear in your mind and to be able to play it instantly ” .

Joe Morello (1983)

Üben, üben, üben ...

 

Die drei wichtigsten Methoden:

Übungspad, Metronom und Spiegel.

Gerade am Anfang ist es wichtig, die absolut unfehlbaren Grundlagen in punkto Spieltechniken und Timing auf einem Übungs-Pad zu erarbeiten und zu üben.

Das macht automatisch ein Metronom zu einem absolut verlässlichen Partner. Es ist bei all unseren Übungen im Einsatz und dient zur Kontrolle unseres Timings.

Ein Spiegel ist eine sehr gute Methode, seine Bewegungen zu überprüfen, zu korrigieren und so im Gesamten Dein Spiel flüssiger zu machen und zu verbessern.

Zu den Übungen:

Um einen Bewegungsablauf einzustudieren ist wirklich ratsam, diesen anfangs wie im Zeitraffer bzw. Zeitlupe ablaufen zu lassen und zu verinnerlichen, weil dadurch mehr Zeit bleibt, die Bewegungen bewusst auszuführen.

Unser Gehirn erlernt und reprogrammiert Gewohnheiten durch ständige Wiederholung. Wenn man seine Technik aus- und aufbauen will, wird das Erinnerungsvermögen über die Bewegungsabläufe der Muskeln ständig reprogrammiert. Langsam zu üben beschleunigt also in gewisser Weise den Lernprozess!

 

Jetzt aber ab zu den Übungen!!!

 

Musik besteht aus Rhythmus, Melodie und Harmonie. Auch Dynamik und Arrangement eines Stückes sind von Bedeutung.

Als Schlagzeuger haben wir es in erster Linie mit dem Rhythmus und dessen Dynamik zu tun. Dabei müssen wir den anderen Musikern in der Band ein solides, konstantes Tempo liefern, zur Not auch aufzwingen. Es ist egal, wer in der Band innerhalb eines Liedes das Tempo nicht hält, wir Drummer sind immer dafür verantwortlich, dass das Tempo konstant bleibt.

Wir sind also mehr wie all die anderen gefordert, den Rhythmus konsequent im gleichen Tempo zu halten. Dazu sind präzise Bewegungsabläufe essentiell, die uns immer zuverlässig auf den Punkt kommen lassen. Ein gut geschultes Timing und die Kunst zu lernen, sich am Schlagzeug auszudrücken.

Rhythmische Notenlehre, schreiben als auch lesen, verstehen und anwenden zu können, ist ein wichtiger Bestandteil. Die Notenlehre dient dabei dem Verständnis der für uns rhythmischen Zusammenhänge und der Kommunikation.

Damit wir die rhythmischen Strukturen, das Wie und Warum auch verstehen lernen, werden wir uns nach und nach die rhythmische Notenlehre erarbeiten.

Ein paar Tips zum Üben, und dann kann es bald losgehen.

  • Übe mit dem Metronom. Dein Timing wird sich immer mehr verbessern. Es gibt Dir eine präzise Referenz. Und es macht Deinen Fortschritt meßbar.
  • Wenn möglich, übe jeden Tag ein bisschen, das ist effektiver, als einmal die Woche acht Stunden hintereinander. Üben und nicht ‘ne Stunde auf dem Set rumdaddeln. Auf lange Sicht macht sich das kontinuierliche Üben bezahlt.
  • Um neue Bewegungsabläufe, Grooves, Technik einzustudieren ist wirklich ratsam, diese anfangs LANGSAM wie im Zeitraffer bzw. Zeitlupe ablaufen zu lassen, weil dadurch mehr Zeit bleibt, die Bewegungen bewusst auszuführen. Das Gehirn erlernt und reprogrammiert Gewohnheiten durch ständige Wiederholung. Die Bewegungsabläufe werden ständig über die Muskeln reprogrammiert. Langsame, gleichmäßige und korrekt ausgeführte Schläge sind deshalb viel besser geeignet, um alte Gewohnheiten durch neue, effektivere auszutauschen. Langsam zu üben beschleunigt also in gewisser Weise den Lernprozess und fördert die Qualität Deines Spielens.
  • Wer viel übt, kommt irgendwann an den Punkt, an dem er glaubt er würde sich gar nicht verbessern, ja sogar verschlechtern. Das ist normal und das kennt jeder, der viel übt, denn unser Gehirn braucht Zeit diese vielen neuen Informationen zu verarbeiten. Das vergeht aber auch wieder.
  • Mach Dir regelmäßig einen Übungsplan, große Ziele in mehrere kleine unterteilt, die Dich langsam dahin bringen... Z.B. „Ich will nächstes Jahr ein guter Jazzer sein!“ D.H. Diesen Monat Jazz/Swing Unabhängigkeitsübungen täglich 20 Minuten, dann Platten hören, Standards üben, jede Woche einen neuen zweitaktigen Jazz Groove.

Und last but not least, das wichtigste:

Musik macht Spaß.

Zwing Dich zu gar nichts, mal keine Lust, Ok dann was anderes. Auch Pausen müssen sein, das werden wir vor allem noch bei der Notenlehre verstehen. In diesem Sinne, merke: Auch eine Pause ist eine Note.

Ich weiß nicht mehr von wem, aber: „Musik ist der Raum zwischen den Noten!“

Also relaxed and have patience.